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Donnerstag, 21. November 2013

MLdiary: summer dinner

 

Heute hatte es in Göttingen geschneit! Okay, es war Schneeregen. Er blieb also nicht liegen, trotzdem war es bitterkalt und einfach nur ekliges Wetter. Ein eindeutiges Zeichen für mich das der Winter sehr bald beginnen wird. Ich mag alle Jahreszeiten, aber den Winter mag ich am wenigsten. Um meine heutige Stimmung ein wenig zu heben, beschloss ich alte Bilder vom Sommer anzuschauen. Ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber wenn ich alte Bilder anschaue, durchlebe ich die Situation, in der das Bild entstanden ist, im Speed-Modus noch einmal. 
Die beiden Bilder, die ihr hier sehen könnt, entstanden Anfang Juli. Ich erinnere mich noch, dass ich an diesem Tag einfach keine Lust auf kochen hatte, aber ich trotzdem etwas gutes essen wollte. Und es war so warm, dass ich auf unserem Balkon zu Abend essen konnte. Von unserem Balkon aus kann man Berge und den Sonnenuntergang sehen. Ich mag dieses idyllische Bild obwohl man trotzdem den Straßenverkehr von der Hauptstraße hören kann.


Ich ging zuvor einkaufen und entschied mich im Supermarkt spontan. Auf dem Bild seht ihr Räucherlachs, fertigen Krabbensalat aus dem Kühlfach des Supermarktes auf Eisbergsalat, Rührei und eine baked potato. 
An dem Tag war ich sehr zufrieden damit, weil es eine unkomplizierte, schnelle und leichte Mahlzeit war, welche doch ziemlich viele Komponenten hatte. (Also mehr Komponenten als Brot mit Aufschnitt. haha)


much love
ML

Sonntag, 6. Oktober 2013

Nürnberg: Osteria - Trattoria Pizzeria


Sonntage, italienisches Essen und gute Gesellschaft. Ich glaube, ich kann nicht oft genug betonen wie sehr ich diese Dinge mag, am liebsten mag ich sie zusammen. Und, wenn ihr ehrlich seid, mögt ihr diese Dinge genauso sehr wie ich. (:
An einem freien Sonntagabend (Ihr wisst nicht wie sehr ich meine freien Tage in Nürnberg geliebt habe!) ging ich mit ein paar Freunden essen. Und uns verschlug es in die Osteria in der Innenstadt, weil ich richtig Lust auf italienisches Essen hatte und so lange kein gutes mehr hatte. Dementsprechend war meine Hoffnung relativ groß, hab es natürlich niemanden verraten. Ich habe nur ein paar vorangegangene Restaurantvorschläge mit aus den fingergesogenen Begründungen abgelehnt. (Hiermit entschuldige ich mich offiziell bei meiner Begleitung an dem besagten Abend. :D)


Leute, ich wurde nicht enttäuscht. Die Karte war übersichtlich, aber auf eine gute Art und Weise. Ich möchte damit sagen, dass mir bei den Nudeln eine etwas größere Auswahl lieber wäre, aber die Osteria ist eine Trattoria. Und Trattorien haben traditionell eine kleinere Auswahl an Speisen als Restaurants, dafür ist die Atmosphäre heimeliger und ich bilde mir immer ein das Essen wird mit mehr Liebe zubereitet. Die Wirklichkeit ist eine andere Sache, lasst mir meine Illusion! 


Tini erzählte mir vor kurzem noch, dass sie jedes Mal, wenn sie einen neuen Italiener ausprobiert Pasta frutti di mare bestellt. Und nur, wenn dieses Gericht gut schmeckt, kommt sie wieder. Ich war so fasziniert von dieser Eigenheit, dass ich es so auch mal ausprobieren wollte. Und bestellte Tagliatelle Scoglio (traditionell mit Spaghetti) und es war köstlich! Die Soße war lecker. In meine Muscheln wurde sogar etwas Zitronensaft geträufelt. Und beim Gedanken daran läuft mir wieder das Wasser im Mund zusammen.

Meine Freunde entschieden sich zum einen für Tagliatelle con Porcini (Man schmeckte, dass die Pilze nicht frisch waren, sondern eingelegt waren. Leider.), . . .


zum anderen eine sehr leckere und riesige Pizza Rucola, . . .


und eine ebenso riesige Pizza Osteria. Ich liebe den dünnen knusprigen Boden!


Es war echt gut. Auf jeden Fall einen (weiteren) Besuch wert!

much love,
ML

Montag, 12. August 2013

Nürnberg: Auguste


Mittagessen in Nürnberg!
So gerne wie ich in München verweile, bin ich auch gern in Nürnberg. Auf meiner Reise von München nach Leipzig machte ich einen kurzen Halt in Nürnberg, um mit lieben Menschen ein schnelles Mittagessen einzunehmen. An dem Tag hatte ich Lust auf Burger. Deswegen entführten meine Freunde mich zu Auguste. Dort angekommen, musste ich kurz schmunzeln. Das ganze Ambiente (Einrichtung, Karte, Klientel usw.) schrie förmlich "ML, du bist in einem Hipster-Laden!". Zugegebenermaßen das Wort "Hipster" hat in unserem heutigen, jugendlichen Sprachgebrauch einen ziemlich bitteren Beigeschmack, eine negative Auslegung. Würden wir jedoch nicht im Jahre 2013 leben, wäre Auguste schlichtweg ein Burger-Laden, welcher versucht bis zum Ende des Jahres komplett BIO-verifiziert zu werden und größtenteils Fairtrade-Limonade anbietet. Also ein Lokal, das Wert auf qualitativ gute Speisen und Getränke legt, auf die Herkunft ihrer Zutaten achtet und das zu einem fairen Preis.
Um uns herum saßen Männer, die ihre Büro-Mittagspause dort verbrachten und hauptsächlich Hipster-Jungs mit ihren selbstbemalten Jutebeuteln, schwarzen Beanies und ihren interessanten Gesprächen. 




Wir hatten den Salat Auguste, den BürgerBurger  und den Grill Burger Premium mit Augusten-Kartoffeln.  Die Speisekarte findet ihr als PDF-Datei auf der Homepage.

Alles in allem war es eine gute Mahlzeit, aber keineswegs der beste Burger, den ich je gegessen hab. Das Brot war mir etwas zu zäh, nicht knusprig genug oder weich. (Je nachdem, was man bevorzugt...) Dafür war die Soße auf den Burgern richtig, richtig gut. Die Kartoffelecken waren gut gewürzt und lecker. Wer auf Rohkost als Beilagensalat steht, würde dem Rohkost auch bestimmt 8 von 10 Punkten geben. Ich habe über die Hälfte liegen gelassen, weil ich Rohkost hauptsächlich nur in Döner mag. Und aufgrund des Mittagsangebots war es insgesamt auch ein günstiges Mittagessen für uns drei.

much love
ML

Donnerstag, 1. August 2013

München: Zum Goldenen Kalb und Café Luitpold


Fast schon Tradition.
Nach meinen Prüfungen habe ich immer das Bedürfnis mich zu belohnen. Ausschlafen, Verreisen, gutes Essen und gute Gesellschaft - mehr brauch ich nicht. 
Mittlerweile ist es auch schon fast Tradition geworden, dass ich in den Semesterferien für ein paar Tage in München anzutreffen bin. Ich nutze meinen Aufenthalt immer, um wieder Kraft zu tanken und um mit Tini Essen zu gehen. 

Dieses Mal zeigte sie mir das Zum Goldenen Kalb. Und ihr könnt euch nicht vorstellen wie gut es war! - Wahrscheinlich kam es mir nur so übermäßig gut vor, weil ich während der Prüfungsphase sehr zur Appetitlosigkeit neige und erst zwei Tage davor meinen Appetit wieder fand. Das Restaurant bot neben seiner regulären Speisekarte (auf der Homepage zu finden) eine feine Mittagskarte an. 



Ich hatte das 200g-US. Rinderfiletsteak mit frischem Grillgemüse, Meersalzbutter und Pommes und Tini hatte sich von der Mittagskarte die Rinderfiletspitzen bestellt.



Später liefen wir zum Café Luitpold um unser gemeinsames Mittagessen mit Kuchen abzurunden. Nachdem wir bei dem hervorragenden Wetter unsere Kuchen draußen genossen, gingen wir in das Café hinein. Leute, Leute, das Ambiente veranlasste Tini und mich schweigend durch das Café zu laufen und großäugig die Leckereien (Pralinen, Kuchen, Torten, Macarons) in den Vitrinen zu bestaunen.


Ich freue mich jedes Mal, wenn Tini mir neue Sachen in München zeigt und wir diese gemeinsam genießen. Deswegen kann ich ihren Besuch im September kaum erwarten, damit ich ihr einiges in Göttingen zeigen kann. 

much love
ML

Montag, 24. Juni 2013

About settling down

Gerade sitze ich im Metronom von Uelzen nach Hamburg und durfte vor ein paar Minuten ein sehr herzerwärmendes älteres Ehepaar beobachten. Ich saß im Warteraum am Gleis 101 des Hundertwasserbahnhofs und jeder, der schon einmal da war, weiß dass es dort zu jeder Jahreszeit durchzieht. Besonders an windigen Frühlingstagen kann es dort kalt sein. Mir gegenüber saß eine kleine, zierliche Frau im Rentenalter, schönes ergrautes Haar in einer lockigen Kurzhaarfrisur, Brille, nettes Lächeln, hellblauer Mantel mit dazu passenden Schuhen und neben ihr waren ein mittelgroßer Koffer und eine Handtasche gestapelt. Ich fragte mich tatsächlich beim Anblick des mittelgroßen Koffers und der etwas größeren Handtasche, ob sie nachher beim Einstieg in den Zug womöglich meine Hilfe bräuchte. Gedanken zu Ende gedacht, kam auch schon ein älterer Herr mit einer Flasche Apfel-Holunderbeersaft, einem Plastikbecher und einem strahlenden Lächeln auf die ältere Dame zu. Er hielt ihr die Flasche mit einem jugendlichen Stolz entgegen, wartete auf ihre gespielte freudige Reaktion und setzte sich neben sie auf die Bank. Zwei Sekunden später stand sie auf und lief vor ihm hin und her, sagte dass es kalt sei dort auf der Bank zu sitzen und setzte sich prompt auf seinen Schoß. Für diesen Moment bekam der ältere Herr ein Lächeln von mir. Er lächelte verschmitzt zurück. Als die Dame unseren Blickkontakt bemerkte, stand sie auf und lief wieder vor ihm hin und her während die beiden sich über Züge und Zugverbindungen unterhielten. Die beiden wirkten glücklich. Beim Einstieg in den Zug musste ich an meine Großeltern denken, also an die Zeit bevor meine Großväter verstorben waren, an die Zeit an die ich mich eigentlich kaum erinnern kann. Meine Großmütter sind starke Frauen. Während ihre Ehemänner im Krieg waren, zogen sie ihre Kinder allein auf, mussten neben der Feldarbeit, kochen und dafür sorgen, dass die Kinder in die Schule gehen konnten. Umso schöner war es als ich als Kleinkind beobachten durfte, wie sehr meine Großeltern sich liebten trotz oder gerade weil sie sich in den ersten zehn Jahren ihrer Ehe nicht jeden Tag gesehen hatten. Ich erinnere mich daran, wie meine eine Oma meinen Opa immer aufzog und sie immer scherzten, das Lachen meiner Oma ist ansteckend und laut. Ich glaube, die Lautstärke des Lachens habe ich von ihr geerbt. Meine andere Oma war stets die fürsorgliche Ehefrau. Diese Frau kann einfach alles, sie konnte wirklich jeden unausgesprochenen Wunsch meines Opas erfüllen. In der langen Zeit, in der er krank war, wollte sie keine Hilfe von anderen, sie wollte sich selbst um ihren Ehemann kümmern.
Meine Großeltern heirateten sehr jung, noch bevor sie zwanzig geworden sind und sie trennte der Tod.

Nun sitze ich hier in der Gegenwart und habe erst letzte Woche die Hochzeitsbilder einer ehemaligen Mitschülerin, mit der ich Abitur gemacht hatte, gesehen. Besagte Freundin hatte auch schon letztes Jahr ihr erstes Kind bekommen. Und sie ist nicht die einzige aus meinem Jahrgang, welche sich festgelegt hat. Ich war mit ihr nicht so gut befreundet, deswegen sprach ich ihr gegenüber nur meine Glückwünsche aus und machte mir nicht weiter darüber Gedanken. Dann realisierte ich, dass die drei Freundinnen mit denen ich in meiner gesamten Gymnasialzeit am meisten zu tun hatte sich alle drei bereits in langjährigen Beziehungen befinden und ich als einzige in den letzten Jahren die eine oder andere interessante oder auch uninteressante Geschichte hatte, jedoch nie den Anreiz (oder auch den Kerl) sah meine „wilde Zeit“ zu beenden. In den letzten Jahren unterstützte meine Mutter meine „wilde Phase“ mehr oder weniger bzw. wusste sie nie von der „wilden Phase“, sie wusste nur, dass ich niemanden ernsthaft in Erwägung zog.  Sie unterstütze meine Entscheidung bzw. meine Überlegung nicht zu früh heiraten zu wollen, weil sie ihre überstürzte Entscheidung vor ca. 23 Jahren ein wenig bereut. Sie sagt immer, dass sie meinetwegen keine Sekunde bereut, nur hat sie durch die frühe Heirat einen Großteil ihrer Jugend einfach nicht erleben können. Aber auch sie hat bei meinem letzten Besuch zu hause anmerken lassen, dass ich ihr doch nach meinem Studienabschluss so langsam jemanden vorstellen könnte. Schließlich braucht man ja eine gewisse Kennlernphase bevor man heiratet und Kinder bekommt. Manchmal schaufle ich mir auch selbst mein Grab, denn ich erzähle ihr jedes Mal von meinen vietnamesischen Freundinnen und deren Freunden oder von deren Trennungen etc., weil meine Mutter sich manchmal nach ihnen erkundigt. Denn unsere Eltern kennen sich unter einander und die Kinder von guten Freunden werden in unseren Kreisen oft fast schon als eigene Kinder angesehen. Sehr herzlich, aber auch sehr gefährlich. Gerüchte und ihre lauffeuerartige Verbreitung sind bei uns üblich. Und am Ende bleibt immer die Frage nach meinem Freund... Ach und wenn es nach meinem Herrn Papa gehen würde, würde ich nach meinem Bachelor zu ihm nach Vietnam ziehen, den „erfolgreichen“ Sohn eines seiner reichen Geschäftspartner kennenlernen, heiraten und dann in Vietnam festsitzen. Auf der einen Seite wäre es sehr toll in Vietnam zu leben, weil ich dann nah am Großteil meiner Familie sein könnte, auf der anderen Seite bin ich viel zu sehr an den Luxus und die Lebensumstände in Deutschland gewöhnt. (Ich sehe meine Zukunft zwar in Asien, aber trotzdem sehe ich meinen festen Wohnsitz in der westlichen Welt.) Meinem Vater würde bei seinen Kupplungsversuchen gar nicht einfallen, dass ich kulturell gesehen gar nicht nach Vietnam passe. Ich wurde in Deutschland geboren und trage eine deutsch-vietnamesische Mischmentalität in mir, die ein Vietnamese aus Vietnam nicht immer verstehen kann. Das muss ich ihm dann wohl nach und nach erklären.
Da haben wir also die Erwartungshaltung meiner Eltern und die „Erwachsenen-Geschichten“ der Freundinnen auf der einen Hand und auf der anderen Hand haben wir die Freunde, die ebenso wenig bereit sind, wie ich.
Leute, ich bin noch jung, hab noch gar nichts in meinem Leben erreicht, hab noch nicht mal annähernd alles gesehen, was ich noch sehen möchte und meine Freiheit möchte ich auch noch nicht aufgeben. Ich möchte keinesfalls suggerieren, dass man in einer Beziehung nicht frei sein kann, jedoch geht meine Definition der Freiheit in Richtung Ungebundenheit, Unabhängigkeit, Unsicherheit und Spontaneität. Vielleicht verdeutliche ich das an einem kleinen Beispiel. Ein guter Freund von mir führt seit fast zwei Jahren eine Fernbeziehung über ca. 400km. Nun hat er die Chance in ihre Nähe zu ziehen, sie wollen auch zusammenziehen und würden dann von ihren Eltern auch ein Auto geschenkt bekommen (aber nur wenn sie zusammenziehen). Er hat sich nun in den Universitäten in ihrer Umgebung beworben, weil er erstens aus seiner jetzigen Wohngegend heraus möchte und zweitens weil sie nicht aus ihrer Gegend wegziehen möchte. Ich weiß in Beziehungen geht man Kompromisse ein usw., aber ich hätte gern die Freiheit irgendwo ganz anders hinziehen zu können bzw. weiß ich gar nicht was nächstes Jahr sein wird. Ich weiß gar nicht in welchem Land, in welcher Stadt ich dann sein werde.

Und, wenn ich mich dann selbst gefunden habe, dann möchte ich mir sicher sein. Keine hohen Erwartungen mit darauffolgenden Enttäuschungen mehr. Lieber das, was meine Großeltern hatten oder das süße ältere Paar vom Uelzener Bahnhof hat.


Wenn man Glücklichsein mit Liebe definiert.

much love
ML

Sonntag, 26. Mai 2013

Was macht dich glücklich?

WARNUNG: Langer Text ohne Bilder. Diejenigen, die durchhalten, bekommen meine Anerkennung. (:

Die kleinen Momente im Leben machen glücklich. Diesen Satz hab ich irgendwann mal im Grundschulalter aufgeschnappt. Wahrscheinlich hab ich das irgendwo gelesen und hatte nie wirklich darüber nachgedacht. Ich meine, ich war damals noch mit Pokémon, Sailor Moon und Akkordeonspielen beschäftigt. Und diese kleinen Dinge machten mich damals glücklich.

Glück haben und Glücklichsein
Im Laufe der letzten Jahre habe ich realisiert wie viel Glück ich habe.  Nicht nur, dass ich in einem Land geboren worden bin, dessen System meine eigene Meinungsbildung stark beeinflusst hat, sondern ich wurde in eine fortschrittliche, westliche Welt mit all seinen Vorzügen gesetzt.
Natürlich hört man in allen Medien wie schlecht es Kindern in Afrika und weiteren Dritte-Welt-Ländern außerhalb dieses Kontinents haben. Ich bin nicht so empathisch, deswegen sind solche „Geschichten“ für mich immer so fern. Was für mich aber nie fremd war, ist das Leben in dem Heimatland meiner Eltern, Vietnam. (Warum ich Vietnam nicht im engeren Sinne als mein Heimatland bezeichne? – Ich wurde dort nicht geboren, habe dort nicht die meiste Zeit meiner Kindheit verbracht, aber im weiten Sinne ist es doch meine Heimat. Dazu zu einem anderen Zeitpunkt mehr.)
Als ich acht Monate alt war, flog ich zum ersten Mal gemeinsam mit meinen Eltern nach Vietnam und seitdem jedes Jahr wieder. Die „Zustände“ dort wurden für mich dadurch sozusagen Normalität, aber zeigten mir auch, wie gut ich es in Deutschland habe. Im gleichen Atemzug muss ich auch sagen, dass Vietnam mir ein Glücksgefühl einer besonderen Art gibt. Denn in der kurzen Zeit, die ich dort verweilen darf, fühl ich mich unbeschwert und habe meine ganze Familie um mich herum. Ich beneide immer meine Freunde, welche mal kurz auf Tee und Kuchen zur ihren Großeltern fahren können. Ein Anruf zum Geburtstag und ein paar Wochen im Jahr in Vietnam, damit muss ich mich zufrieden geben. Ich bin froh darüber, dass meine Eltern es mir jedes Jahr ermöglichen meine Verwandten zu besuchen. Ich habe Glück, dass meine Eltern mir mein Glücklichsein ermöglichen, sozusagen.
Meine Eltern sind auch für das „verantwortlich“, was mich am glücklichsten macht: meine Schwestern. Ich freue mich über jeden Fortschritt, den sie machen und bin stolz auf jede einzelne von ihnen. Aufgrund unseres großen Altersunterschieds bin ich an Mamas schlechten Tagen, ein bisschen mehr als nur die große Schwester. Ich geh zu Elternabenden, rede mit Lehrern (manchmal waren diese auch mal meine Lehrer), koche, mach die Wäsche, spiel Hausaufgabenhilfe, halte Standpauken und lese Gute-Nacht-Geschichten vor. Zumindest war es noch so, als ich zu Hause gewohnt hatte. Mittlerweile habe ich diese Aufgaben, wenn ich mal länger als nur für ein Wochenende zu Hause bin. Auch, wenn ich manchmal nicht so richtig Lust auf die Aufgaben habe, machen sie mich dennoch glücklich. Das Gefühl Teil des Lebens meiner Schwestern zu sein, mit ihnen über ihre kleinen Problemchen zu reden, weil Mama „zu alt“ ist um es zu verstehen oder einfach zu gestresst ist oder keine Zeit hat, ist für mich ein fast schon unbeschreibliches Gefühl.
Meiner Meinung nach ist meine Familie das wichtigste in meinem Leben. Sie sind der Ursprung meines Glückes und wenn das Glück mich einmal verlässt, sind sie der Halt und das Auffangbecken.

Und dann gibt es noch das Tanzen. Ich hab das Tanzen erst relativ spät als das wahrgenommen, was es heute für mich ist. Musik war für mich schon immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens und ich tanzte schon immer gern ein bisschen herum bis ich dann irgendwann merkte, dass ich gar nicht mal so schlecht bin. Je mehr ich herumprobierte, je älter ich wurde, je mehr Freunde ich fand, welche die gleichen Interessen hatten, desto mehr wurde das Tanzen zu meiner Leidenschaft. Früher war es das Tanzen mit den Jungs im Trainingsraum, das Standardtanzen mit der besten Freundin in der Tanzschule und das Tanzen als Hobby zum Ausgleich in der Praktikumszeit, nun ist es viel mehr das Tanzen in Clubs, das gelegentliche schüchterne Herumhüpfen in Schuhläden mit „urbaner Musik“ und das Tanzen zu Hause vor dem Spiegel, wenn mir danach ist oder wenn die Laune so am Boden ist, dass nur noch laute Musik und energiegeladene Bewegungen im Takt helfen. (Tanzen bringt mir mehr als Sex, meine Lieben :DD).  Ich habe mal in einem Vortrag in einer meiner Chinesisch-Prüfungen, das Tanzen als etwas beschrieben, das mir das Gefühl gibt so frei wie ein Vogel zu sein. Und Freisein ist für mich Glücklichsein. Denn im Moment des Tanzens gibt es nur mich, die Musik und meinen Versuch einigermaßen gute Bewegungen hinzubekommen. Alle Sorgen, Probleme, Ängste sind in diesem kurzen Moment nicht mehr Teil meiner Welt. Da zählt für mich nur das Hier und Jetzt, keine Konsequenzen aus vergangenen Entscheidungen wollen mich einholen und keine Ängste über die Effekte der zukünftigen Entscheidungen klopfen pochend an die Tür.

So ähnlich ist es mit meinem Genusszwang. Essen macht mich glücklich. Gutes Essen macht mich noch glücklicher. Ich glaube das hängt ein bisschen mit meiner Erziehung zusammen. Mein Papa hat mich dazu erzogen immer alles, was auf dem Tisch stand zu probieren. Egal wie widerlich, es aussah oder was es war. Denn die Vorstellungskraft von Menschen ist oftmals viel stärker als die Risikobereitschaft bzw. die Genussbereitschaft, wie ich es nenne. Denn nach dem Probieren kann man es ja immer noch ablehnen. Wenn man es nicht probiert hat, kann man nicht sagen, dass es nicht geschmeckt hat und man es deswegen nie wieder essen möchte. Natürlich warnen uns unsere Sinne, evolutionsbedingt, vor schlechtem Essen. Aber ganz ehrlich, so viel Müll wie wir uns heutzutage in den Rachen schieben, haben wir bestimmt schon längst das Gefühl/den Gaumen für gutes Essen verloren. Wenn man Industrie-Formfleisch und – käse essen kann, da kann man auch mal frittierte Hühnefüße probieren. ;)
Was ich mit dieser Zwischensequenz sagen möchte, ist das ich durch das ganze Probieren, viele sehr leckere „ungewöhnliche“ Genussmittel entdeckt habe. Und ich esse viel. Man möchte sich ja auch nicht ganz so einseitig ernähren, deswegen ist es ganz hilfreich viel zu kennen, was man potentiell essen könnte. An schlechten Tagen hilft bei mir ein Grillhähnchen oder ein gutes 250g-Rib-Eye-Steak, um mich sofort glücklich zu machen. Ich glaube ich gebe den größten Teil meines Studentengeldes für Essen und für Reisen aus.

Damit sind wir beim nächsten Glücksfaktor meines Lebens. Das Reisen hat schon sehr früh angefangen. Wie bereits erwähnt, reiste ich schon im Kleinkindalter oft nach Vietnam. Und auch hier sind meine Eltern Schuld, glaube ich. Sie fuhren mit mir schon als ich vier Jahre alt war in einem Wohnwagen nach Paris, in den Schulferien lernte ich die schönen Küstenorte Deutschlands kennen, sie zeigten mir die schönen Orte, die Deutschland einrahmten und ermutigten mich dazu noch mehr von der Welt zu sehen. Australien, Großbritannien, Singapur, Italien, Thailand, Laos, Kambodscha, Ägypten und all die zuvor angedeuteten Länder noch bevor ich das Abiturzeugnis in der Hand hielt. Und zwischendrin hab ich Deutschland erkundet, hab mir von meinen Freunden anhören müssen, dass ich ein reiches Bonzenkind bin, weil ich überall unterwegs war und bin. Ich habe das Glück, das meine Eltern mich verwöhnen und mich immer unterstützen, sei es finanziell oder anderweitig. (Und manchmal spar ich das Geld auch einfach. Lieber lauf ich in Klamotten aus der vorletzten Saison rum als gutes Essen in einem fremden Land zu verpassen.)
Die Zeit nach dem Abitur zeigte mir immer mehr, dass ich es nicht all zu lang in einem Ort aushalte.  Ich bin ständig unterwegs, ständig auf der Suche nach gutem Essen in einem nicht ganz vertrauten Ort, ständig auf der Suche nach Luft zum Atmen. Die Stadt, in der ich studiere, wurde mir ziemlich schnell zu klein. Nicht die Fläche an sich störte mich, sondern der Alltagstrott und die Langeweile. Ich mag es in fremden Straßen herumzulaufen, die Atmosphäre aufzusaugen, fremde Sprachen und Dialekte zu hören, in Cafés zu sitzen, Menschen zu beobachten und mir Geschichten über ihre Herkunft und ihren Alltag auszudenken.  Ich mag es auch fremde Kulturen zu sehen, die Geschichte fremder Länder zu „erforschen“, Besonderheiten und Eigenheiten zu erkennen, faul am Strand zu liegen, schwitzend kleine Pfade entlang kleiner Berge/Hügel hinaufzulaufen, weil ich die Aussicht über die Stadt genießen möchte. (Nein, ich bin eigentlich kein Naturmensch.)

Und um all meine Erfahrungen und Erlebnisse auf Reisen und im Alltag festzuhalten, fotografiere und schreibe ich über all das, besonders über die Sachen, welche mich inspirieren. Ich weiß selbst nicht genau, wie viele Notizbücher ich schon mit meinen verdrehten Gedanken und Beobachtungen vollgekritzelt hab. Am schönsten ist es die alten Notizbücher herauszuholen, darin zu blättern, einzelne Überlegungen noch einmal zu überfliegen und darüber lachen zu können, wie meine Ansichten sich geändert haben. Ist vielleicht ganz gut, dass, bis auf meine Schwester, kein anderer bislang darin gelesen hat. So gesehen, machen Erinnerungen mich auch glücklich.

Und dann gibt es noch diese eine ganz besondere Gruppe von Menschen, die mich seit Jahren fast ebenso glücklich machen, wie meine Schwestern: meine Freunde. Und ich spreche tatsächlich von den wirklichen Freunden, nicht von den kurzen Bekanntschaften, die dich kurzzeitig unterhalten, aber verschwinden sobald Probleme auftauchen oder scheinbar interessantere Leute.
Ein Teil von ihnen ist über die Jahre zu einer zweiten Familie angewachsen, Menschen für die ich alles liegen und stehen lassen würde, wenn sie in Not sind. Sie geben mir das Gefühl von Zugehörigkeit, Wärme und Verständnis. Und jeder Moment mit ihnen, sei es eine sehr entspannte Poker-Nacht oder ausgelassenes Feiern, ist für mich ein glücklicher Moment.
Ich habe im Laufe meiner jungen Jahre so viele Leute kennengelernt, aber irgendjemand sagte einmal, die Freundschaften, welche sich in den Jahren an der Universität bilden, sind die langanhaltendsten unter ihnen. Ich schätze die Momente mit meinen Freunden hier sehr, denn wir gehen nicht nur gemeinsam durch die gleichen Probleme und verstehen einander dadurch viel besser als andere es tun könnten, sondern wir machen einander glücklich. Und das meist nur durch unsere Anwesenheit. Als Student lernt man viel stärker die kleinen Dinge im Leben wertzuschätzen, nicht nur weil wir alle chronisch pleite sind und chronisch an Schlafmangel leiden, sondern viel mehr weil die Welt die „großen Dinge“ noch für uns offen hält und das Hier und Jetzt die kleinen glücklichen Momente braucht, damit man die Klausurenphase oder ein kleines Tief überlebt.
Freunde sind für einander da, egal wie weit sie von einander entfernt leben oder auch wie nah. Ich liebe die Momente, in denen meine Freunde plötzlich mit einem Grillhähnchen und einer Cherry Coke oder Nudeln und Zucchini vor der Tür stehen, weil es mal wieder Zeit für Comfort-Food ist. Oder wenn ich an regnerischen Tagen mit einem Regenschirm vom Gleis abgeholt werde, weil meine Freunde wissen, dass ich so gut wie nie einen Regenschirm einpacke. 
Mich macht es aber besonders glücklich, wenn ich für meine Freunde da sein kann. Als Zuhörerin, wenn mal wieder ein bisschen Seelenstriptease nötig ist, als Beraterin, wenn man in einem Beziehungsdilemma steckt, als Köchin, wen die Grippe herumgeht und manchmal auch als Unterhaltung, wenn einem langweilig ist.

Was macht dich glücklich?

much love
ML